Aktuelle Forschung

[1] „Auch biologisch gibt es viele Geschlechter“: Forschung zu biologischen und medizinischen Geschlechtertheorien

„Ein Denken von Entwicklung, eine Betonung von Entwicklungsprozessen geht ab von wenigen kleinen vorbestimmenden Einheiten. Vielmehr wird es notwendig, den gesamten Organismus und dessen Wechselwirkungen mit der Umwelt zu betrachten. […] „Gene“, DNA sagen eben nicht die Entwicklung eines Organismus bzw. hier eines „Genitaltraktes“ voraus. Vielmehr stellen sie lediglich einen Faktor im komplexen Zusammenspiel von Faktoren der Zelle dar.“

Einführender kurzer Beitrag und Interviews: Tagesspiegel / Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung / DRadio Kultur / Chrismon / NZZFolio

Einführender Aufsatz: „Angeboren oder entwickelt? Zur Biologie der Geschlechtsentwicklung“ (pdf-Datei) / einführendes Buch: Geschlecht(4. Aufl., Rezensionen hier) / English translation: The Intricacy of the Human Sexes (Open Access).

„Making Sex Revisited“ jetzt als Volltext online: Das zentrale Grundlagenbuch gibt es jetzt über OPEN-ACCESS als Volltext: Buch „Making Sex Revisited“ als PDF-Datei (DOI)

[2] „Grenzen achten“: Forschungen zu sexueller Selbstbestimmung und sexualisierter Gewalt

„Erst im Jahr 2000 wurde in den Paragrafen 1631 des Bürgerlichen Gesetzbuches eine Passage aufgenommen, die das Recht von Kindern auf gewaltfreie Erziehung formuliert: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ Zuvor galt in Deutschland „eine Ohrfeige“ oder „ein Klaps auf den Po“ als probates erzieherisches Mittel. Das ist heute erfreulicherweise anders. Das lässt sich auch empirisch messen…“ (Tagesspiegel)

Einführende Beiträge: Süddeutsche Zeitung / Tagesspiegel / DRadio Kultur

BMBF-Forschungsprojekt „Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung”, gefördert im Rahmen der BMBF-Förderlinie „Sexualisierte Gewalt in pädagogischen Einrichtungen“: Informationen und Poster zum Projekt. Weitere Informationen: Netzwerkseite der Förderlinie, Bonner Ethik-Erklärung, Curriculum der Junior- und Forschungsprofessuren, Ergebnisband „Sexuelle Gewalt in pädagogischen Kontexten: Aktuelle Forschungen und Reflexionen, Handreichung Umgang mit Sexualität und sexualisierter Gewalt in den ambulanten Erziehungshilfen (Handreichung für Fachkräfte).

PARTNER 5 Studie zu Liebe, Sexualität und Partnerschaft, mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Untersuchung von sexuellen Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt. Erste Ergebnisse der Erwachsenenstudie und der Jugendstudie.

[3] Sexuelle Bildung für das Lehramt sowie interkulturelle und intersektionale Aspekte Sexueller Bildung

Die Zahlen sind erschreckend: Statistisch gesehen haben in jeder Schulklasse mindestens zwei Kinder sexuellen Missbrauch erlebt. Den Lehrkräften fehlt oft die nötige Ausbildung, um etwa Hilfsangebote zu machen. Das Thema spielt in der Aus- und Fortbildung bislang kaum eine Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Uni Leipzig und der Hochschule Merseburg. Gemeinsam haben sie einen Lehrplan für das Lehramtsstudium entwickelt, der das ändern und künftige Lehrer-Generationen fit machen soll.“ (MDR Wissen)

Im Auftrag des BMBF fand im Rahmen des Projekts „Sexuelle Bildung für das Lehramt (SeBiLe)“ eine quantitative und qualitative Untersuchung zur curricularen Verankerung der Themenfelder Sexuelle Bildung und Prävention von sexualisierter Gewalt im Lehramtsstudium statt. Darauf aufbauend wurd ein Curriculum entwickelt und erprobt. Die Studienergebnisse und das Curriculum – mit einer umfassenden Handreichung, sodass es von anderen Hochschulstandorten übernommen werden kann – sind auf www.sebile.de zugänglich.

Forschungsergebnisse zur Verankerung der Wissens- und Kompetenzentwicklung zu den Themen Trans- und Intergeschlechtlichkeit in den Bildungslehrplänen und Curricula von Ausbildungs- und Studiengängen relevanter Sozial- und Gesundheitsberufe konnten durch eine Förderung durch das BMFSFJ gewonnen werden. Ein Überblick finden sich in einem fokussierten Policy-Paper.

Interkulturelle und intersektionale Aspekte Sexueller Bildung wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Burgenlandkreis im südlichen Sachsen-Anhalt untersucht, ein Curriculum entwickelt und eine kontinuierliche Fortbildungstätigkeit etabliert. Eine Handreichung ist frei zugänglich, ebenso ein Mitschnitt der Bundeskonferenz, bei der die Ergebnisse vorgestellt wurden.